Wie navigiert man auf einer Radfernreise?

25. April 2017

Machen wir uns nichts vor: Was ist nerviger als alle paar Meter anhalten um sicherzustellen dass man noch auf dem richtigen Weg ist? Richtig: sich verfahren.
Wie navigiert man auf einer Radfernreise? Um die Nerven zu schonen gibt es eine Reihe von Hilfsmitteln:

Schilder

Danke an eurovelo.com

EuroVelo 10-Logo

Da der Europäische Euro Velo 10 häufig lokalen Radwegen entspricht, steigen die Chancen dass Schilder aufgestellt sind (Beispiel Schweden: Cykelspåret längs ostkusten oder Deutschland: Ostseeküstenroute). Hierauf würde ich mich aber nicht in allen Ländern verlassen….

Karten

Fahrradkarten im detaillierten Maßstab 1:80.000 wären eigentlich meine erste Wahl. Bei der Streckenlänge müssten wir aber alleine für das Kartenmaterial einen zusätzlichen Anhänger mitnehmen. Für Mecklenburg-Vorpommern haben wir uns eine Fahrradkarte gekauft – blöderweise gehört Fehmarn zu Schleswig-Holstein und wir müssen die 10 Kilometer blind fahren.
Aus einer früheren Skandinavienreise hatten wir noch einen Autoatlas im Maßstab 1:250.000; die betreffenden Blätter haben wir kopiert und kommen damit (hoffentlich) bis nach Helsinki.

GPS

Da die schönen Mountainbikestrecken selten auf Karten verzeichnet sind, habe ich hierfür ein Garmin. Ähnlich wie ein tragbares Navi im Auto zeigt es auf einer Karte die momentane Position sowie eine zuvor installierte Strecke (Track). Das waren dann auch schon die Gemeinsamkeiten denn das Garmin ist in vielen Dingen ziemlich zickig (nachfolgende Aufzählung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit):

  1. Es gibt pro Land oder Region kostenpflichtige und kostenfreie (Open-Source) Karten, die im Vorfeld installiert werden müssen.
  2. Zu lange Tracks zeigt das Garmin nicht an; man muss im Vorfeld kürzere Etappen erstellen
  3. Open-Source-Karten sind nicht (immer) Routing-fähig. Also einfach eine Adresse eingeben wie man es vom Auto gewöhnt ist, funktioniert selten

Vorteilhaft ist die schnelle Positionierung auf der Karte und das einfache ‚Nachfahren‘ fremder Strecken.

Update: mittlerweile haben wir unseren GPS-Track auch veröffentlicht und bieten ihn zum Download an.

Was ist mit dem Smartphone?

Prinzipiell ist das Navigieren hiermit eine schöne Sache sofern man sich Karten auf dem lokalen Speicher installiert. Allerdings traue ich der Wasserdichtigkeit und Akkulaufzeit nicht besonders. Wenn jemand bessere Erfahrungen gemacht hat, freue ich mich über Hinweise.

7 comments

  1. Comment by Darren Berrecloth

    Darren Berrecloth Reply 1. Mai 2017 at 09:00

    Ab geht’s. 👧🏼👦🚵
    Ich hoffe ihr hattet einen tollen Start und genießt die Zeit

    • Comment by tim

      tim Reply 2. Mai 2017 at 17:17

      Ja, vielen Dank. Wenn die Mountainbike-Elite gedanklich bei uns ist, kann ja nix schief gehen 🙂

  2. Comment by Kai

    Kai Reply 3. Mai 2017 at 22:53

    Bin am meisten von komoot angetan. Einmal alle Karten kaufen. Ich meine ca. 20€. Dann Planung am PC und routing über App auf dem Handy.
    Meines steckt in einer wasserdichten Hülle. Für die Stromversorgung sorgt der Dynamo. Das funktioniert bei mir aber nicht ganz zuverlässig. Deshalb führe ich noch eine Powerbar mit.

    • Comment by tim

      tim Reply 4. Mai 2017 at 22:24

      Guter Tipp. Muss ich mir zuhause mal anschauen. So richtig warm werde ich mit Garmins Basecamp nicht… Hatte auch schon öfter gelesen dass man mit dem Dynamo besser ne Powerbank speist da Smartphones wohl zu sensibel reagieren. Wir hoffen alle paar Tage auf Steckdosen

  3. Comment by Hugo

    Hugo Reply 7. Mai 2018 at 10:07

    Hi ihr Beiden,
    wir sind letztes Jahr den Teil des Ostseeküstenradweges in Mecklenburg-Vorpommern abgefahren und haben dabei auch über die Navigation uns den Kopf zerbrochen.
    Am Ende haben wir vorab über komoot alles geplant und die GPX Daten vom Tourismusverband MV genommen.
    Die komoot App haben wir dann mit dem Handy genutzt, aber das zieht am Akku und daher war das Handy sehr oft parallel an einer Powerbank. Während des Regens haben wir eine Wasserdichte Hülle dabei gehabt.
    Alles hat super geklappt 🙂

    • Comment by tim

      tim Reply 10. Mai 2018 at 12:45

      Hallo Hugo,
      danke für deine Erfahrungen in Hinblick auf Komoot. Mittlerweile habe ich schon von einigen Radreisenden gehört dass die puren GPS-Geräte wie Garmin aus der Mode kommen. Vielleicht muss man sich doch mal mit diesen modernen Smartphones auseinander setzen, wie sie die ganzen Jugendlichen benutzen 😉
      Zum Thema Akku: es gibt ja ein paar Nabendynamos, die einen USB Port zum Laden anbieten. In anderen Blogs habe ich gelesen dass dies erst ab einer bestimmten (hohen) Geschwindigkeit funktioniert. Dies könnte für bepackte Radreisende zum Problem werden. Dir viel Spaß und Grüße nach Meck’Pomm… tim

  4. Comment by Rainer

    Rainer Reply 21. Mai 2018 at 18:42

    Hi Ihr Beiden,

    einen schönen Blog habt Ihr gemacht – Glückwunsch! Meine Frau und ich gehen nächste Woche auf den EV10 von Hamburg nach Stockholm über Polen, Russland und das Baltikum sowie Finnland. Nehmt Komoot für die Navigation, damit bin ich 2016 und 2017 den kompletten Nordseeküstenradweg gefahren (6.000 Km). Den iPhone Strom bekommst Du über einen Nabendynamo und einen Wandler namens “The Plug III”, der direkt auf den Lenkkopf passt. Absolut wasserdicht ist das Biologic Wheathercase, das habe ich 12.000 Km ausprobiert. Am Rad aber auch die Leitungen, Stecker etc. wasserdicht halten (!) In Komoot am besten den kompletten Kartensatz kaufen (EUR 29,99) und die Etappen einzeln vorplanen (man kann sie ja trotzdem flexibel fahren), Komoot zeigt dabei auch die Wegebeschaffenheit an und liefert die komplette Routenführung, auch akustisch. Es stimmt genau dass unter ca. 11 km/h die Ladung des Dynamos nicht ausreicht, deswegen habe ich zur Sicherheit ein Jackery Akkupack dabei (welches ich ein- oder zweimal gebraucht habe, v. a. bei langen Bergstrecken z. B. in Norwegen, wichtig ist dabei auch den iPhone Bildschirm nicht konstant anzuschalten). Einzige Region für die ich diesmal eine gedruckte Karte mintnehme ist – Kaliningrad – diese Region gab es in Komoot nicht (die Offline Routenführung natürlich trotzdem). Viel Spaß bei Eurer nächsten Tour! Rainer

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