24. Etappe EuroVelo10: Mielno via Niechorze nach Swinoujscie (Swinemünde)

30. Juni 2017

52. Tag: Endlich Radwege: Mielno nach Niechorze, 76km

Die Nacht war super windig und die Zeltwand kam öfter mal näher und streichelte Kopf bis Fuß. Grund zur Panik? Fehlanzeige! Dies war das erste Mal dass ich wirklich froh war hier nicht an der falschen Stelle gespart zu haben. Wenn ich mich richtig erinnere, sind die Hilleberg-Zelte bis Windstärke 9 getestet und bis dahin war noch etwas ‚Luft‘ (Funfact: Nina schlief zur Abwechslung durch als wäre nix).

Morgens dann wieder Friede, Freude, Sonnenschein und bei wenig Wind ging es fast ausschließlich auf Radwegen Richtung Westen. Zwischendurch war eine Etappe noch im Bau und wir winkten den Bauarbeitern freundlich zu als wir langsam vorbei fuhren. Sie riefen uns irgendetwas auf polnisch hinterher und wir verstanden natürlich nix und bedankten uns höflich. Am Ende sahen wir dann was sie wollten: um den Strom an Radfahrern zu umgehen, hatten sie jede Menge Euro-Paletten gestapelt und auch das Umfahren unmöglich gemacht. Da wir aber auch nicht zurück fahren und am Strand schieben wollten, bahnten wir uns eine kleine Gasse und mogelten uns durch – beäugt von den interessierten Blicken der Bevölkerung.

Der Campingplatz in Niechorze bestätigte wieder meine 3-Sterne-ADAC-Theorie. Trotzdem genossen wir die Kochmöglichkeit in der Gemeinschaftsküche und freuten uns über saubere sanitäre Anlagen.

Gesamtanstieg: 407 m

53. Tag: Niechorze nach Swinoujscie, 78km

Die Nacht war gut weil die Lippstädter Caravan-Freunde rechtzeitig ihr Trinkgelage abbrachen um am Folgetag ausgeruht die Heimfahrt antreten zu können. Eigentlich genau wie wir, denn unser Ziel war Swinoujscie und somit der letzte Ort vor der deutschen Grenze.

Die Fahrt dorthin war zwar Auto-arm (yeah!) aber von der Wegbeschaffenheit nicht ganz so premium. Es gab zum Abschied noch mal ordentlich Betonplatten und die Blase freute sich. Als wäre dies alleine nicht genug Grund zur Freude, fing es später an mit Nieselregen und es gab eine hügelige Waldpassage mit der altbekannten Mückenplage.

In der nächstbesten Stadt tranken wir Kaffee und Kuchen und wurden direkt auf Deutsch angesprochen. Wir waren noch voll im Englisch-Flow und antworteten entsprechend. Lustig wurde es als Nina auf englisch bezahlen wollte und die Kellnerin nichts verstand. Aber beim Begriff BEZAHLEN wusste sie sofort was gemeint war. Weil Nina keine Lust mehr auf Mücken hatte, zogen wir die Autoabgase vor und fuhren die letzten 10km Schnellstraße. Sieben Kilometer vor der Stadt gab es eine Hinweistafel, dass die (kostenlose) Fähre in 20 Minuten ablegt. Wir legten einen Schlusssprint ein und schafften es gerade noch rechtzeitig.

In Swinoujscie besorgten wir uns leicht verschwitzt den Appartmentschlüssel, freuten uns über die Waschmöglichkeit und den morgigen Ruhetag. Das Abendessen nahmen wir umzingelt von Deutschen an der Promenade zu uns.

Gesamtanstieg: 416 m

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